Interview Teil 1 von 2 mit Sian Velazquez – Musicaldarstellerin und aktuelle Erstbesetzung Ashley in Starlight Express

Das Musical Starlight Express feiert im nächsten Jahr den 30. Geburtstag.

Dieses Musical ist aus Bochum, aus der Region und auch aus der Musicalwelt nicht mehr wegzudenken.

Kurz zur Story (Quelle: Starlight Express):

Am Abend ermahnt die Mutter ihr Kind, die Eisenbahn wegzulegen und schlafen zu gehen. Im Traum des Kindes werden Loks und Zuganhänger lebendig. Von weit her fahren Züge in den Bahnhof ein: Es ist die Nacht der Weltmeisterschaft der Lokomotiven.

Die junge Dampflok Rusty, technisch schon lange nicht mehr auf dem neuesten Stand, scheint gegen ihre modernen Herausforderer keine Chance zu haben. Verzweifelt kämpft Rusty gegen die Diesellok Greaseball und die moderne E-Lok Electra um die Liebe des Erste-Klasse-Wagens Pearl.

Wir haben uns zum Interview mit der Erstbesetzung der Ashley, Sian Velazquez, getroffen.

Hallo Sian. Du bist bei Starlight Express die Erstbesetzung Ashley. Was ist Ashley für eine Frau und welche Rolle spielt sie im Musical?

Ashley ist der Rauchwaggon. Sie ist eine von den vier mutigen Mädels im Musical. Sie ist die Älteste unter den Vieren und sehr sexy. Ich habe viel Spaß mit dieser Rolle.

Du bist in der Zweitbesetzung Pearl und Dinah. Wie wichtig sind diese Rollen für dich?

Sie sind superwichtig für mich. Als Pearl habe ich auf der Bühne mehr zu tun als als Ashley. Dazu gehört zum Beispiel der Gesang. Als Dinah habe ich viel Spaß, da sie oft mit den anderen Mädels zusammen ist. Pearl ist mehr für sich, mehr alleine. Sie hat viel mit Rusty und Electra zu tun. Pearl bringt mehr Fokus auf die Bühne als die anderen Mädels. Das merkt man auch an den vielen Skateparts. Gerade das „Pearl-Skating“ ist komplizierter und umfangreicher im Vergleich zu den anderen weiblichen Rollen in der Show.

Welche Rolle spielst du lieber und warum?

Pearl ist meine Lieblingsrolle, da sie für mich immer eine Herausforderung darstellt.

Ich möchte auf der Bühne immer perfekt sein, was leider nicht immer möglich ist.

Es können immer ungeplante Dinge auf der Bühne passieren. Manchmal mache ich Fehler, manchmal die Anderen. Dann ist es nicht zu 100% perfekt. So unterscheiden sich auch die Shows.

Das erste Rennen ist eine große Herausforderung. Da führen wir einen so genannten Star Jump aus. Ein Sprung über einen Darsteller. Da passieren manchmal Unfälle.

Aber im Kopf möchte ich immer 100 Prozent perfekt sein und alles geben.

Kannst du dich noch an deinen ersten Kontakt zu Starlight Express in Bochum erinnern und wie war das Casting?

Von Starlight Express habe ich zum ersten Mal in der Musicalschule gehört. Ein Freund von mir hat das Lied Starlight Express gesungen. Als ich das Casting für Starlight Express machte, hatte ich nicht so viel Ahnung von dem Musical. Ich wusste nicht, dass es so viel mit Skating zu tun hat.

In der Zeitung habe ich übrigens vom Casting erfahren und wusste nur, dass Starlight Express ein großes Musical ist.

Ich bin dann nach London gefahren und habe zunächst ein Tänzerinnencasting absolviert und im zweiten Part ein Gesangscasting. Eine Woche später musste ich dann nochmal vorbeikommen. Kurze Zeit später erhielt ich dann per E-Mail eine Bestätigung für mein Engagement bei Starlight Express in Bochum.

Zuerst war ich Swing.

Ich habe alle Mädels gespielt. Pearl, Dinah, Buffy, Ashley, Volta, Joule und Wrench. Das habe ich für zwei Jahre gemacht. Im dritten Jahr war ich First Cast Buffy. Gefolgt von einer zweijährigen Pause.

2012 kehrte ich als Swing zu Starlight Express zurück. Swing war ich dann vier Jahre. Im letzten Jahr war ich First Cast Buffy und seit diesem Jahr First Cast Ashley.

Quelle: Starlight Express/ Fotograf Jens Hauer

Gebürtig kommst du aus Wales. Bochum ist nun seit über 10 Jahren dein Zuhause. Ist es auch deine Heimat?

Bochum ist für mich in dieser Zeit zu einer Heimat geworden. Ich fühle mich sehr wohl hier.

Ich bin nicht mehr so oft in Wales. Nur meine Eltern wohnen noch dort. Meine Schwester wohnt in Amerika und mein Bruder wohnt in Australien. Wir sind also alle weit voneinander entfernt.

Ich habe noch viele Freunde in London und mittlerweile auch viele in Deutschland. Ich fliege daher öfter nach London, als nach Wales.

Wales ist schön aber zu ruhig für mich. 

Wie gut kamst du mit dem Skatetraining und dem Lernen der deutschen Texte zurecht?

Beim Skating war ich zunächst nicht so gut. Ich war erst 19 Jahre alt. Ich hatte allerdings viel Lust und eine große Motivation dies zu lernen. In meinem zweiten Jahr war ich dann selbstbewusster und sicherer auf der Bühne.

Die deutsche Sprache zu lernen war auch schwer. Ich habe aber ein gutes Verständnis für Sprachen und konnte Deutsch schnell lernen.

Du hast vor einigen Jahren deinen eigenen VLOG ins Leben gerufen. Wie kam es zu dieser Idee?

Ich hatte mir ein paar YouTube-Kanäle angeschaut. Meist über die Themen Beauty und Make-up. Mein Job hier bei Starlight Express hat auch mit diesen Themen zu tun. So dachte ich, dass diese Themen interessant für andere sind.

Jetzt habe ich diesen Kanal nicht mehr. Ich kann noch nicht einmal genau sagen, warum dies so ist.

Ich denke, dass ich alles gefilmt und gezeigt habe, was ich kann. Ich habe bei Starlight Express viel im Backstage Bereich gefilmt. Die Show selber darf ich aus lizenztechnischen Gründen nicht filmen.

Wer hat dich bei Starlight Express am meisten geprägt und warum?

Ich weiß gar nicht die Antwort auf diese Frage. Es gibt viele Kollegen, die eine sehr gute Stimme haben. Andere sind besser beim Skating und wieder andere sind besser beim Tanzen.

Wenn ich dann dieses Besondere bei einem Kollegen sehe, gibt dies mir Motivation besser zu werden.

Es ist also nicht eine bestimmte Person, die mich geprägt hat. Ich lerne gerne von anderen Leuten um immer besser zu werden. Auch wenn ich bereits zehn Jahre dabei bin, lerne ich immer mal wieder etwas dazu.

→ Teil 2 wird am 26.12.2017 veröffentlicht. 😉

Euer EnjoyNews-Team.

Titelbildquelle: privat

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